Digitale PDF
Sammlungen
Heiner Hamsterer war in Sorge. Erst kürzlich war eine umfangreiche
Sanierung in seinem Haus fällig geworden. Im Zuge dessen hatte er für die Zeit der Sanierung sein Haus räumen
müssen. Planmäßig hatte er ursprünglich für diese Zeit bei einem Bekannten unterkommen wollen. Doch hatte er es
sich zuletzt anders überlegt. Seine umfangreiche Sammlung an Münzen und Briefmarken war ihm zu wertvoll erschienen,
um sie für geschlagene zwei Wochen unbeaufsichtigt und ungepflegt neben dem anderen Hausrat in der Garage zu
bunkern. Und so war Heiner Hamsterer dazu übergegangen, die zwei Wochen in der Garage zu verbringen.
Es war eine aufschlussreiche Zeit. Heiner Hamsterer, der sich eigens für
diese Zeit Urlaub genommen hatte, versorgte seine Sammlung aufs Optimalste. Mit dem Föhn sorgte er für die
richtigen Luftbedingungen in der Garage (es war bis dahin ein feuchter Frühling gewesen – auch dies war einer der
Hauptgründe, warum Heiner Hamsterer seiner Sammlung beistehen wollte). Bei diesen täglichen Pflegemaßnahmen ergab
es sich natürlich, dass Heiner Hamsterer sich so intensiv mit seiner Sammlung auseinandersetzen konnte, wie ehedem
schon lange nicht mehr. Sammelalbum für Sammelalbum blätterte er durch und wurde so einiger Sammelstücke ansichtig,
die schon – seit Jahren zwischen den Buchrücken eingebunkert – kein Licht mehr gesehen hatten. Große Nostalgie
überkam ihn. Jedoch fiel ihm bei seinen Exkursen zu den Anfängen seiner Sammlerkarriere auch etwas anderes auf. Die
Katalogisierung seiner Sammlung war unvollständig und lückenhaft!
Als Erklärung für diesen unverzeihlichen Missstand verdächtigte Heiner
Hamsterer den Umstand, dass er vor einigen Jahren sein Hauptbuch, in dem er die wesentlichen Teile seiner Sammlung
vollzählig erfasst hatte, auf ein neues Buch übertragen hatte. Anlass war damals gewesen, dass Heiner Hamsterer
beunruhigende Spuren des Zahnes der Zeit an seinem Hauptbuch (es war damals bereits über 20 Jahre alt gewesen)
bemerkt hatte. Deswegen hatte er sich anschließend eine neues Hauptbuch aus Büttenpapier zugelegt. Bei der
damaligen Übertragung müssen schließlich Fehler unterlaufen sein. Eine andere Erklärung hatte der ratlose Heiner
Hamsterer nicht, war er doch stets um sorgfältige, unmittelbare und vollständige Archivierung bemüht
gewesen.
Noch in der Garage fasste Heiner Hamsterer den Entschluss, seine Sammlung
auf dem Computer zu archivieren. Da er bereits an der Arbeit täglich mit entsprechender Software arbeitete,
erschien ihm das PDF Dokumentformat als einzig würdige Lösung seines Problems. Voller Vorfreude malte er sich aus,
wie sein umfangreiches Archiv somit digital Gestalt annehmen würde. Er nahm sich auch vor, für jeden Eintrag ein
Bild zu machen und entsprechend einzubinden. Das PDF Dokumentformat würde außerdem ermöglichen, dass er regelmäßig
ein Backup seines wachsenden Archivs vornehmen könnte. Den Anfang wollte er mit seinem Euroalbum machen. Es würde
zwar viel Zeit in Anspruch nehmen, aber dafür hatte er ja auch, als Sammler der er nun mal war, große Freude an der
Pflege seines Hobbys. Und dazu gehörten auch das Archivieren und Katalogisieren.
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